Dummy Prüfungsordnung

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Prüfungsordnung für Dummyprüfungen und Working Tests des ÖJSpK
I. Einleitung
1. Die Dummyprüfung (in der Folge: DP) und der Working Test (in der Folge: WT) sollen sportlich
und jagdlich interessierten Spanielbesitzern einen Anreiz bieten, ihre Hunde art- und rassegerecht
auszubilden, sowie eine Gelegenheit, sich mit anderen im Wettbewerb zu messen.
2. Anhand simulierter jagdlicher Situationen sollen Freude am Suchen und Apportieren, Nasenleis-
tung, Gehorsam und Lenkbarkeit, weiches Maul, Schussfestigkeit, Wasserfreude sowie die allge-
meine Wesensfestigkeit der Hunde beurteilt werden.
3. Es handelt sich bei DP und WT um Arbeitsprüfungen des Österreichischen Jagdspanielklubs (in
der Folge: ÖJSpK) und des Jagdspaniel-Klubs e. V.(in der Folge: DJSpK).Sie sind keine jagdlichen
Prüfungen. Ihr Bestehen berechtigt nicht zur Meldung in der Gebrauchshundeklasse bei nationalen
und internationalen Ausstellungen. Im Folgenden sind unter „Prüfung“ und „Prüfungen“ sowohl
DP als auch WT zu verstehen.
4. DP werden mit vorgegebenen Aufgaben, WT mi t von den Richtern weitgehend frei zu gestal-
tenden Aufgaben angeboten. Der Schwierigkeitsgrad der WT-Aufgaben orientiert sich an jenem
der DP-Klassen: WT-Klasse 1 an DP-Klasse 1, WT-Klasse 2 an DP-Klasse 2 und WT – Klasse 3
an der DP Klasse 3.
II. Allgemeine Bestimmungen
1. Alle Hundeführer, die an einer vom ÖJSpK durchgeführten DP oder einem WT teilnehmen
wollen, müssen von der vorliegenden Prüfungsordnung Kenntnis haben und diese anerkennen.
2. Teilnahmeberechtigt sind Hunde aller Spanielrassen der FCI Gruppe 8, die in ein von der FCI
anerkanntes Stammbuch eingetragen sind. Hund e, deren Besitzer ihren Hauptwohnsitz in
Deutschland oder Österreich haben, müssen in das Zuchtbuch des ÖJSpK oder des DJSpK ein-
getragen sein. Der Veranstalter kann darüber hinaus Startplätze auch an Jagdspaniels ohne Eintra-
gung in ein von der FCI anerkanntes Stammbuch oder in die Zuchtbücher des ÖjSpK bzw. des
DJSpK vergeben sowie an Hunde anderer Jagdhunderassen und Jagdhundemischlinge, soweit dies
für eine kostendeckende Durchführung der Prüfung notwendig ist. Das Mindestalter am Prüfungs-
tag beträgt 12 Monate (Open: 15 Monate). Nur Hu nde mit zweifelsfreier Identität werden zur
Prüfung zugelassen. Eine Identitätskontrolle (Auslesen des Mikrochips) liegt im Ermessen des Prü-
fungsleiters. Es muss eine Hundehaftpflichtversicherung bestehen.
3. Die Teilnehmerzahl kann vom Veranstalter in der Ausschreibung begrenzt werden, ebenso kann
eine Mindestteilnehmerzahl festgelegt werden.2
4. DP und WT können während der gesamten Jahreszeit abgehalten werden. Die Prüfungen finden
grundsätzlich bei jedem Wetter statt. Der Veranstalter hat darauf zu achten, dass Regelungen in
Bezug auf Brut- und Setzzeiten eingehalten werden.
5. Die Annahme der teilnehmenden Hunde erfolgt grundsätzlich in der Reihenfolge des Eingangs
der Onlinemeldungen. Hunde im Sinne des ersten und des zweiten Satzes von Punkt II.2 haben
Vorrang vor Hunden im Sinne des dritten Satzes von II.2. Letztere können deshalb zunächst nur
unter dem Vorbehalt angenommen werden, dass es genügend Startplätze für sie gibt. Ihre endgül-
tige Annahme oder Nichtannahme erfolgt spätestens 14 Tage vor der Prüfung.
6. Nach endgültiger Annahme der Anmeldung durc h eine Mitteilung des Veranstalters wird das
Nenngeld bei Nichtantreten eines Hundes nicht zu rückerstattet (Nenngeld ist Reugeld), es sei
denn:
(a) die Prüfung muss aufgrund Unwetters oder sonstiger unvorhergesehener Umstände abgesagt
werden;
(c) die gemeldete Hündin ist unmittelbar vor der Prüfung hitzig geworden;
(d) der gemeldete Hund kann aus gesundheitlichen Gründen nicht antreten.
In den Fällen (c) und (d) ist innerhalb einer angemessenen Frist eine tierärztliche Bestätigung vor-
zulegen. Andernfalls verfällt das Nenngeld.
7. Der Veranstalter kann die Zahl der Hunde, di e ein Hundeführer auf de r Prüfung führen darf,
beschränken.
8. An einer Prüfung können unter Verlust des Nenngeldes Hunde ausgeschlossen werden:
(a) über die bei der Nennung falsche Angaben gemacht wurden (außer bei geringfügigem Irrtum);
(b) die nicht über einen Chip identifizierbar sind;
(c) für die keine gültige Tollwutimpfung nachgewiesen werden kann;
(d) läufige Hündinnen, deren Führer dem Prüfungsleiter wissentlich die Hitze verschweigen;
(e)) die, ohne zur Arbeit aufgerufen zu sein, im Prüfungsgelände frei herumlaufen;
(f) die zu Prüfungsbeginn oder nach Aufruf zu einer Übung unentschuldigt nicht anwesend sind;
(g) die selbst oder deren Führer den Prüfungsab lauf erheblich stören (insbesondere durch anhal-
tendes lautes Bellen, Jaulen oder Schreien);
An einer Prüfung müssen unter Verlust des Nenngeldes Hunde ausgeschlossen werden:
(h) trächtige Hündinnen ab dem 19.Tag nach dem Deckakt und säugende Hündinnen bis zur voll-
endeten 12. Woche nach der Geburt der Welpen. Für den Fall, dass eine Hündin beim Deckakt
leer geblieben ist, endet die Ausschlussfrist mit dem Tag des medizinisch gesicherten Festste-
hens dieses Umstandes.
(i) die im Bereich des Prüfungsgeländes körperlic h gezüchtigt werden oder Halsungen tragen, die
dem Tierschutzgesetz zuwiderlaufen;
(j) die ein nicht tolerierbares aggressives Verh alten gegenüber anderen Hunden oder Menschen
zeigen.
9. Am Prüfungstag in Hitze befindliche Hündinnen sind dem Prüfungsleiter vor Beginn der Prü-
fung zu melden. Von deren Hundeführern wird eine besondere Rücksichtnahme gegenüber ande-
ren Prüfungsteilnehmern erwartet. Für sie kann der Prüfungsleiterspezielle Anordnungen erlassen,3
insbesondere, dass sie jeweils am Ende der Gruppestarten bzw. eine Hündinnengruppe bilden und
sich ansonsten im Prüfungsgelände abseits halten.
10. Teilnehmer und Zuschauer haben den Anordnun gen des Prüfungsleiters, der Richter und der
Helfer umgehend Folge zu leisten. Sie dürfen Führer und Hunde nicht bei der Arbeit stören und
dürfen die Richter nicht bei der ordnungsgemäßen Durchprüfung der Hunde behindern. Zuwider-
handelnde können vom Prüfungsgelände verwiesen werden.
11. Von Teilnehmern und Zuschauern wird eine möglichst geringe Störung des Prüfungsreviers
erwartet. Insbesondere haben Teilnehmer und Zuschauer sich während der gesamten Prüfung ru-
hig zu verhalten und jede Verunreinigung des Geländes zu vermeiden.
12. Richterentscheidungen sind unanfechtbar.
13. Öffentliche Kritik am Richter stellt einen Ausschlussgrund dar.
14. Für Schäden, die ein Hund während der Prüfungsveranstaltung verursacht, haftet ausschließlich
der Besitzer des betreffenden Hundes gemeinsa m mit dem Führer. Jeder an der Prüfung teilneh-
mende Hund hat haftpflichtversichert zu sein. Vom Veranstalter wird keinerlei Haftung für Unfälle
beziehungsweise Verletzungen des Hundes oder Hundeführers übernommen. Der Veranstalter hat
jedoch dafür Sorge zu tragen, dass sich im Prüfungsgelände keine offensichtlichen und ungewöhn-
lichen Gefahrenquellen befinden.
15. Der Veranstalter kann verlangen, dass am Prüfungstag, soweit vorhanden, auch Leistungshefte
vorgelegt werden.
16. DP und WT werden in drei Leistungsklassen durchgeführt:
Klasse 1: Beginner
Klasse 2: Novice
Klasse 3: Open
17. Die Prüfungen dürfen abgenommen werden von Dummyrichtern des ÖJSpK und des DJSpK.
Verbandsrichter des ÖJGV dürfen ebenfalls Prüfungen nach dieser Ordnung abnehmen. Für sie
gelten die Bestimmungen der Ordnung der Dummyrichter analog. Dummyrichter anderer Vereine
und ausländische Richter können als Richter für Prüfungen nach dieser Ordnung ebenfalls zuge-
lassen werden.
III. Durchführungsbestimmungen
1. Für alle Arbeiten werden grüne Standard-Canvas-Dummys ohne zusätzliche Bezüge, Felle oder
Federn verwendet. Es sind zwei Dummygrößen zulässig: 500 g und 250 g. Jeder Hundeführer kann
zwischen den beiden Dummygrößen wählen. Zum Ziehen der Schleppe werden ein 1 kg schweres
Dummy und das abzulegende Dummy verwendet, für jegliche Buschierarbeit werden 250g-Dum-
mys verwendet.4
2. Jeder Prüfungsteilnehmer hat mindestens drei Dummys zur Prüfung mitzubringen. Er hat je-
doch keinen Anspruch darauf, dass sein Hund mit diesen Dummys geprüft wird.
3. Immer wenn ein Dummy sichtig für den Hund geworfen wird, ist ein Geräusch abzugeben. Der
Wurf des Dummys soll nach Ertönen des Geräusches erfolgen. Als Geräusch sind Entenlocker
und Schuss zugelassen. Die Prüfung wird entwedermit Entenlocker oder mit Schuss durchgeführt.
In der Ausschreibung der Prüfung muss vom Verans talter eindeutig festgehalten werden, ob mit
Entenlocker oder Schuss geprüft werden wird. Eine spätere Änderung der Prüfungsart ist nach
Beginn der Meldefrist nicht zulässig. Alle Hunde werden mit dem gleichen Geräusch geprüft. Alle
Schüsse während der Prüfung sind mit 6 mm Schreckschussmunition abzu geben. Eine spätere
Änderung der Prüfungsart ist nach der Ausschrei bung nur in Absprache mit dem Prüfungsleiter
zulässig.
4. Jede Aufgabe beginnt mit der Aufforderung desRichters, den Hund abzuleinen, und ist beendet
mit der Aufforderung, den Hund anzuleinen.
5. In der Ausschreibung der Prüfung ist vom Veranstalter anzugeben, ob Wasserarbeit (1d, 2e, 3e)
geprüft wird oder nicht. Wenn Wasserarbeit als Prüfungsfach festgelegt ist, werden die Hunde aller
Leistungsklassen in diesem Fach geprüft. Andernfallswird ein anderes Optionsfach (1e, 2f, 3f oder
3g) geprüft. Welche Optionsaufgaben geprüft werde n, ist in der Ausschreibung für alle Klassen
festzulegen. Alle Hunde einer Leistungsklasse bekommen die gleiche Aufgabe.
IV. Klassenvoraussetzungen
Voraussetzungen für die Beginner – und Novice Klasse
Für den Start in der Beginner oder Novice der DP oder bei WT sind keine Qualifikationen not-
wendig. Hat ein Hund eine DP oder WT in der Novice bestanden, darf er nicht mehr in er Beginner
starten.
Voraussetzungen für die Open Klasse
Für den Start in der DP Open oder bei WT in dieser Klasse, ist eine bestandene DP Novice oder
ein bestandener WT Novice notwendig. Hat ein Hund eine DP oder einen WT Open bestanden,
darf er nicht mehr in der Novice -starten.
Veteranen
Hat ein Hund das 8. Lebensjahr vollendet, ist es dem Hundeführer freigestellt, diesen in der Be-
ginner Klasse zu melden. Ein erneuter Wechsel derKlasse ist nicht zulässig. Der Veranstalter kann
eine getrennte „Veteranenwertung“ vornehmen.
V. Prüfungsfächer
Prüfungsfächer der Klasse 1 (Beginner):
1a) Markierung:
Der Hundeführer geht mit seinem Hund bei Fuß vom Startpunkt einige Meter und bleibt dann5
stehen, der Hund soll sich setzen. Der Hund sitzt frei oder kann mittels einer locker durchhängen-
den Leine gesichert werden. Letztere Option fü hrt zu einem Punkteabzug. Die Entfernung des
Werfers zum Hundeführer mit Hund beträgt ca. 30 m, die Fläche hat geringen Bewuchs. Dann
wird ein Dummy mit Geräusch geworfen. Der Hu nd soll währenddessen ruhig sitzen bleiben.
Nach Freigabe des Richters und dem Kommand o des Hundeführers soll der Hund das Dummy
zügig apportieren. Getestet werden die Standruhe und Markierfähigkeit des Hundes. Der Hund
soll mindestens zwei Drittel der Entfernung gerade hinauslaufen, erst danach darf er in die Suche
übergehen.
1b) Freiverlorensuche:
Fünf Dummys werden nicht sichtig in lichter Deckung flächig ausgelegt. Das Gelände ist durch
den Richter frei wählbar. Die Fläche hat ungefähr eine Größe von 30 x 30 m. Es sollen nachei-
nander mindestens zwei Dummys gefunden und zügig sowie auf direktem Weg apportiert wer-
den. Entscheidend für diesen Prüfungsteil sind die selbstständige Arbeit des Hundes und sein Ei-
fer bei der Suche. Gefundene Dummys sollen nicht gegen andere ausgelegte austauscht werden.
Getestet wird, ob der Hund nach einem Fund nochmals motiviert ins Suchengebiet geht und ob
er selbständig und ausdauernd arbeitet.
1c) Buschieren/kleine gelenkte Suche:
Auf einer kleinen Fläche mit dichter Deckungwerden drei Dummys ausgelegt. Auf Anweisung des
Richters soll der Hund in die Deckung geschick t werden und mindestens zwei Dummys daraus
apportieren. Der Hund darf vom Hundeführer mit Körpersprache, Stimme oder Pfeife unterstützt
werden. Auch darf der Hundeführer sich mit dem Hund zusammen in Richtung des Suchgebiets
bewegen.
1d) Optionsfach Wasserarbeit:
Der Hundeführer steht an der Wasserkante, der Hu nd sitzt frei bei Fuß oder kann mittels einer
locker durchhängenden Leine gesichert werden. Letztere Option führt zu einem Punkteabzug. Ein
Dummy wird nach Abgabe eines Geräusches ins Wasser geworfen. Der Hund hat nach Freigabe
durch den Richter auf Kommando das Dummy zu suchen und zu apportieren, ohne sich vor der
Abgabe zu schütteln oder das Dummy abzulegen – eine Ablage zur Griffverbesserung ist hingegen
erlaubt. Besteht die Gefahr, dass das Dummy im fließenden Gewässer abtreibt, darf der Hund
direkt geschickt werden. Getestet werden die Standruhe sowie der Gehorsam des Hundes am Was-
ser und ob er das Element Wasser bereitwillig annimmt.
1e) Optionsfach Einweisen:
Hund und Hundeführer gehen gemeinsam zu einer vorher vom Richter bezeichneten Stelle. Der
Hundeführer legt auf Richteranweisung ein Dummy sichtig für den Hund aus. Anschließend ent-
fernen sich Hund und Hundeführer gemeinsam ca. 25 m. Auf Anweisung des Richters darf der
Hund geschickt werden. Er soll das Kommando seines Hundeführers prompt annehmen, auf di-
rektem Weg zum ausgelegten Dummy laufen und es zurückbringen.
Prüfungsfächer der DP-Klasse 2 (Novice):
2a) Doppelmarkierung:
Im Winkel von ca. 90 Grad zum Startpunkt desHundes werden zwei Dummys nach Abgabe eines
Geräusches auf eine Fläche mit geringem Bewuch s geworfen. Der Hund sitzt frei und soll ruhig6
sitzen bleiben. Nach Freigabe durch den Rich ter und auf Kommando des Hundeführers soll der
Hund die Dummys zügig apportieren. Die Reihenfolge ist beliebig, muss aber vom Hundeführer
vor dem Schicken des Hundes angesagt werden. Die Entfernung des Werfers zum Hundeführer
mit Hund beträgt ungefähr 50 m. Getestet werden Standruhe sowi e Markier- und Merkfähigkeit
des Hundes. Der Hund soll mindestens zwei Drittel der Entfernung gerade hinauslaufen, erst da-
nach darf er in die Suche übergehen.
2b) Freiverlorensuche:
Vier Dummys werden nicht sichtig in lichter Deckung flächig ausgelegt. Das Gelände ist durch den
Richter frei wählbar. Die Fläche hat eine Ausdeh nung von ungefähr 50 x 50 m. Es sollen nachei-
nander mindestens zwei Dummys gefunden und danach zügig auf direktem Weg apportiert wer-
den. Gefundene Dummys sollen nicht gegen andere ausgelegte austauscht werden. Getestet wird,
ob der Hund nach einem Fund nochmals motiviert ins Suchengebiet geht und ob er selbständig
und ausdauernd arbeitet.
2c) Einweisen:
Der Hund wird mit führender Geländehilfe (Weg , Hecke, Waldrand etc.) ca. 30 m auf ein zuvor
ausgelegtes Dummy eingewiesen. Das Dummy soll als Blind gearbeitet werden, eine Hilfe durch
Geräusch gibt es nicht. Getestet wird, ob und wie der Hund die Richtungsanweisungen seines
Hundeführers annimmt.
2d) Buschieren
Der Hundeführer fordert den Hund zum Buschieren auf. Die Lenkung des Hundes kann verbal,
körpersprachlich oder mit Pfiff erfolgen. Der Hund soll die gefundenen Dummys zügig apportie-
ren. Während der Suche wird der Hund auf Ri chteranweisung mit einem Stopp-Pfiff abgesetzt,
anschließend wird nach Abgabe eines Geräusc hes ein Dummy geworfen. Der Hund soll sitzen
bleiben, während das geworfene Dummy vom Hundeführer geholt wird. Im Anschluss daran soll
der Hund auf Anweisung die gelenkte Suche fortsetzen. Getestet werden die Lenkbarkeit sowie
der Gehorsam des Hundes und ob er der Versuchung einzuspringen widerstehen kann.
2e) Optionsfach Wasserarbeit:
Hund und Hundeführer stehen an der Wasserkante. Ein Dummy wird nach Abgabe eines Geräu-
sches ins Wasser geworfen. Der Hundeführer dreht anschließend mit dem freifolgenden Hund um
und entfernt sich vom Wasser. Auf Richteranweisung hält der Hundeführer an und dreht sich in
Richtung der Fallstelle des Dummys. Der Hund soll nach Freigabe durch den Richter auf Kom-
mando das Dummy apportieren, ohne sich vor der Abgabe zu schütteln oder das Dummy abzule-
gen – eine Ablage zur Griffverbesserung ist hingegen erlaubt. Lassen es die Gegebenheiten vor Ort
nicht zu, dass Hund und Hundeführer sich nachdem Wurf von Wasser entfernen, kann der Richter
die Aufgabe entsprechend umgestalten. Besteht die Gefahr, dass das Dummy im fließenden Ge-
wässer abtreibt, darf der Hund direkt geschickt werden. Getestet werden die Standruhe sowie der
Gehorsam des Hundes am Wasser und ob er das Element Wasser bereitwillig annimmt.
oder
2f) Optionsfach Suche im Team:
Es wird ein Team aus zwei Hundeführern und Hunden gebildet. Auf Richteranweisung begeben
sie sich zusammen auf einen Walk Up durch ein beliebiges, vom Richter ausgewähltes Gelände.7
Auf Anweisung des Richters halten die Teams an, und die Hunde werden abwechselnd zu einer
Suche im Nahbereich (maximale Entfernung des A pports 20 m) geschickt. Der nicht arbeitende
Hund soll währenddessen ruhig neben seinem Hundeführer warten. Zwischen den einzelnen Such-
vorgängen kann der Richter die Teams zu einem weiteren Walk Up auffordern. Insgesamt soll jeder
der Hunde zwei Dummys apportieren.
Prüfungsfächer DP-Klasse 3 (Open):
3a) Doppelmarkierung:
Der Hund sitzt frei bei Fuß am Startpunkt bei seinem Hundeführer. Ein Dummy wird nach Ab-
gabe eines Geräusches geworfen, der Hund soll sitzen bleiben. Auf Richteranweisung geht der
Hundeführer mit dem Hund frei bei Fuß eine gewisse Strecke (in Richtung Dummy, weg vom
Dummy oder in eine andere Richtung). Danach soll der Hund sich setzen, und es wird ein zweites
Dummy mit Geräusch geworfen. Der Richter ents cheidet, in welcher Reihenfolge die Dummys
apportiert werden sollen. Nach Freigabe durchden Richter und auf Kommando des Hundeführers
soll der Hund das jeweils angesagte Dummy zügig apportieren. Getestet werden Gehorsam, Stand-
ruhe sowie Merk- und Markierfähigkeit des Hund es. Der Hund soll mindestens zwei Drittel der
Entfernung gerade hinauslaufen, erst danach darf er in die Suche übergehen.
3b) Freiverlorensuche:
Drei Dummys werden nicht sichtig in beliebiger Deckung flächig ausgelegt. Das Gelände ist durch
den Richter frei wählbar. Die Fläc he hat eine Ausdehnung von ca. 50 x 50 m. Es sollen alle drei
Dummys gefunden und nach dem Finden zügig auf direktem Weg apportiert werden. Gefundene
Dummys sollen nicht gegen andere ausgelegte austauscht werden. Getestet wird, ob der Hund nach
einem Fund nochmals motiviert ins Suchengebiet ge ht und ob er selbständig und ausdauernd ar-
beitet.
3c) Einweisen:
Der Hund wird ca. 40 m auf ein zuvor ausgelegtes Dummy über einen Geländeübergang hinweg
eingewiesen. Das Dummy soll als Blind gearbeitet werden, eine Hilfe durch Geräusch gibt es nicht.
Getestet wird, ob der Hund sich einweisen lässt und ob er zuverlässig auf die Pfiffe reagiert.
3d) Buschieren im Team:
Es wird eine Linie gebildet aus zwei Hundeführe rn und einem Richter. Falls kein zweiter Hund
gemeldet ist, wird ein Ersatzhund aus einer der anderen Klassen an der Leine mitgeführt. Ein Hun-
deführer schickt seinen Hund (Hund 1) in ei ne gelenkte Suche. Die Lenkung des Hundes kann
verbal, körpersprachlich oder mit Pfiff erfolgen . Der Hund soll die gefundenen Dummys zügig
apportieren. Der zweite Hund (Hund 2) geht frei bei Fuß mit seinem Hundeführer in der Linie.
Ein Dummy wird mit Geräusch geworfen, während Hund 1 in der gelenkten Suche ist; beide
Hunde sollen selbstständig oder auf Kommando stoppen und verharren. Das geworfene Dummy
wird nach Freigabe durch den Richter und auf Kommando von Hund 2 apportiert. Im Anschluss
daran soll Hund 1 wieder in die gelenkte Suche geschickt werden. Hund 2 folgt weiter frei bei Fuß
in der Linie. Auf Richteranweisung tauschen die Hundeführer mit ihren Hunden die Aufgaben.
Hund 1 folgt nun frei bei Fuß seinem Hundeführer in der Linie und Hund 2 buschiert. Der Ablauf
folgt wie bei Hund 1 beschrieben. Getestet we rden die Führigkeit und der Gehorsam beider
Hunde.8
3e) Optionsfach Wasserarbeit:
Zwei Dummys werden nach Abgabe eines Geräusches geworfen, das erste an Land und das zweite
rechtwinklig dazu ins Wasser. Der Hund soll nach Freigabe durch den Richter erst das Land-
Dummy und im Anschluss daran das Wasser-Dummyzügig apportieren, ohne sich vor der Abgabe
zu schütteln oder das Dummy abzulegen – eine Ablage zur Griffverbesserung ist hingegen erlaubt.
Besteht die Gefahr, dass das Dummy im fließenden Gewässer abtreibt, darf der Hund zuerst zum
Wasserapport geschickt werden. Getestet werden die Standruhe sowie der Gehorsam des Hundes
am Wasser und ob er das Element Wasser bereitwillig annimmt.
3f) Optionsfach Buschieren mit Memory:
Der Hund begibt sich mit dem Hundeführer in eine gelenkte Suche. Die Lenkung des Hundes
kann verbal, körpersprachlich oder mit Pfiff erfolgen. Nach kurzer Strecke wird von einem Helfer
nach Abgabe eines Geräusches ein Dummy geworfen. Der Hund soll beim Geräusch stoppen und
das Dummy gut sehen können. Die Entfernung zum Werfer beträgt ca. 30 m. Nachdem das
Dummy gelandet ist, soll der Hund wieder in die gelenkte Suche geschickt werden. Auf Anweisung
des Richters soll der Hund danach gestoppt werden und aus dieser Position zum Dummy geschickt
werden (kein Senden aus der Grundstellung).
3g) Optionsfach Schleppe:
Der Ansatz der Schleppe wird markiert. Der Hund ist außer Sicht. Ein Dummy wird von einem
Helfer ca. 150 m mit einem stumpfen Winkel übereine Fläche mit beliebigem Bewuchs geschleppt.
Am Ende der Schleppe wird ein Dummy abgelegt. Der Schleppenzieher entfernt sich in gerader
Linie und versteckt sich außer Sicht. Die Schleppe soll direkt im Anschluss vom Hund gearbeitet
werden. Getestet werden Spurwille und Spurtreue des Hundes. Es darf kein zweites Dummy am
Ende der Schleppe liegen.
Working Test:
Der Schwierigkeitsgrad der WT-Aufgaben orientiert sich an jenem der DP-Klassen: WT-Klasse 1
an DP-Klasse 1, WT-Klasse 2 an DP-Klasse 2 und WT – Klasse 3 an der DP Klasse 3.
Darüber hinaus stellen die Richter die Aufgaben nach eigenem Ermessen zusammen.
V. Leistungsbewertung und Prädikatsvergabe
1. Eigenschaften, die der Spaniel zeigen soll und die positiv in die Bewertung der Arbeit einfließen:
(a) allgemeine Arbeitsfreude und Initiative
(b) Finderwille und Ausdauer, vor allem beim Buschieren und in der Suche
(c) Lenkbarkeit und Gehorsam
(d) stilvolles Arbeiten und intelligentes Ausnutzen von Wind und Gelände
(e) Apportierfreude – zügiges Bringen und Abgabe in die Hand des Hundeführers
(f) Wasserfreude
(g) Spurwille (Schleppe)
(h) guter Nasengebrauch
(i) Markierfähigkeit9
2. Fehler, die zum Prüfungsausschluss führen:
(a) Kontrollverlust des Hundeführers; insbesond ere unkontrollierbares Wildern und Hetzen von
Wild
(b) Lochen, hochgradiges Knautschen oder Eingraben der Dummys
(c) hochgradige Schussscheue und hochgradige Wesensschwäche
3. Fehler, die mit einer Null bewertet werden, aber nicht zum Prüfungsausschluss führen:
(a) Weigerung, das Wasser anzunehmen und, wenn erforderlich, zu schwimmen
(b) Tauschen von Dummys
(c) Verweigern des Apports eines gefundenen Dummys
(d) Weiterjagen mit Dummy im Fang
(e) Nicht-Finden des Dummys/Nicht-Erfüllung der Aufgabe (z.B. Bringen der Dummys in der
falschen Reihenfolge)
(f) Einspringen, sofern der Hund nicht innerhalb weniger Meter gestoppt werden kann („controlled
run-in“)
(g) ständiges und anhaltendes Bellen und Schreien (Sichtlaut, Spurlaut, Startlaut sind erlaubt)
(h) ein erneuter Ansatz („an den Fuß holen“) beim Einweisen in der Open
4. Fehler, die zu einem Punkteabzug führen:
(a) schlechter Apell des Hundes
(b) lautes Führen des Hundeführers bei der Arbeit seines Hundes
(c) übermäßiger Geländeverbrauch
(d) langsames Arbeiten mit wenig Initiative
(e) zögerliches Zurückkommen nach Finden des Dummys
(f) das Dummy wird nicht in die Hand des Hundeführers abgegeben
(g) anhaltendes Winseln (Sichtlaut, Spurlaut, Startlaut sind erlaubt)
(h) zögerliche Wasserannahme
(i) Lösen (Urin und Kot absetzen) in das Aufgabengebiet
(j) Ablage des Dummys bzw. Ablage des Dummys und Schütteln vor der Abgabe des Dummys bei
der Wasserarbeit (Ablage zur Griffverbesserung ist erlaubt)
(k) übermäßige Abhängigkeit des Hundes von seinem Führer
(l) erneutes Ansetzen auf der Schleppe
(m) ein erneuter Ansatz beim Einweisen (Hund wieder „an den Fuß holen“) in Beginner und
Novice
5. Für jede Aufgabe können maximal 20 Punkten vergeben werden. Die Gesamtbewertung ergibt
sich aus der Summe der Punkte für die einzelnen Prüfungsfächer. Wird eine Aufgabe in der DP-
Klasse 3 (Open) oder in einer der WT-Klassen mi t null Punkten abgeschlossen oder erreicht der
Hund nicht mehr als die Hälfte der maximalen Ge samtpunktezahl, gilt di e Prüfung als nicht be-
standen. In den DP-Klassen 1 (Beginner) und 2 (Novice) kann die Prüfung mit null Punkten in
nicht mehr als einem Fach bestanden werden. In der DP-Klasse 2 (Novice) kann ein Hund, der
das Wasser verweigert, nicht bestehen.10
6. Prädikatsvergabe bei DP:
Klasse 1 (Beginner) – max. 80 Punkte:
0 bis 40 Punkte: nicht bestanden
41 bis 52 Punkte: bestanden
53 bis 64 Punkte: gut
65 bis 72 Punkte: sehr gut
73 bis 80 Punkte: vorzüglich
Klasse 2 (Novice) – max. 100 Punkte:
0 bis 50 Punkte: nicht bestanden
51 bis 64 Punkte bestanden
65 bis 80 Punkte: gut
81 bis 90 Punkte: sehr gut
91 bis 100 Punkte: vorzüglich
Klasse 3 (Open) – max. 100 Punkte:
0 bis 50 Punkte: nicht bestanden
51 bis 64 Punkte: bestanden
65 bis 80 Punkte: gut
81 bis 90 Punkte: sehr gut
91 bis 100 Punkte: vorzüglich
7. Bei WT richtet sich die Gesamtpunktzahl nach der Anzahl der gestellten Aufgaben. Bei WT ist
eine Verschiebung der Prädikatsgrenzen je na ch Schwierigkeit der Aufgabenstellung durch die
Richter in Abstimmung mit dem Prüfungsleiter möglich.
8. Wenn die Prädikatsgrenzen nicht im obigen Sinne (7) verschoben worden sind, werden bei WT
die Prädikate wie folgt vergeben:
0 bis 50 Prozentpunkte: nicht bestanden
51 bis 64 Prozentpunkte: bestanden
65 bis 80 Prozentpunkte: gut
81 bis 90 Prozentpunkte: sehr gut
91 bis 100 Prozentpunkte: vorzüglich
9. Bei Punktegleichstand werden die ersten drei Plätze durch ein Stechen ermittelt, das von den
Richtern frei zu gestalten ist. Ist aus Zeitgründen kein Stechen mehr möglich (Tageslicht), werden
die Plätze nach dem Alter vergeben, wobei der jüngere Hund vor dem älteren zu reihen ist. Sollten
Hund aus demselben Wurf antreten, hat die Hündin Vorrang gegenüber den Rüden.
Ab dem vierten Platz werden die Teilnehmer ex aequo gereiht.
VI. Schlussbestimmungen:
1. In Zweifelsfällen, für die diese Prüfungsordnung keine eindeutige Regelung enthält, kommen für
die Ausführung und Bewertung die Bestimmungen des gültigen FCI-Arbeitsreglements zur An-
wendung.
2. Diese Prüfungsordnung tritt mit Wirkung 20.3.2020 in Kra